Reisebericht einer Westeuropa-Kreuzfahrt mit AIDAsol 2011

Unser Starthafen für diese Kreuzfahrt war Hamburg Altona. Die geplanten Destinationen, Le Havre (mit dem Ausflugsziel Paris), Dover (Ausflug nach London), Antwerpen und Amsterdam reizten uns, aber der eigentliche Grund für die Auswahl der Reise war das Schiff.

AIDAsol war erst eine Woche zuvor getauft worden, und wir hatten ihre Fertigstellung sehnsüchtig erwartet. Nach den mit bella und diva erlebten Reisen waren unsere Erwartungen entsprechend hoch. Dass wir um diese Jahreszeit kein Sommerwetter erwarten konnten, war uns vollkommen klar und letztendlich haben wir, auch wenn die Abende kalt waren, großes Glück gehabt. Wie viel Glück wir hatten, ist uns eigentlich erst klar geworden, als wir in diesem Jahr auf einer ähnlichen Route einen richtigen Wintereinbruch erlebt haben. Aber erst einmal zum Schiff. Unsere Balkonkabine entsprach den Kabinen der vergangenen Reisen. Nachdem wir während unserer zweiten Kreuzfahrt mit AIDAbella zufällig die gleiche Kabinennummer hatten, wie während der ersten Reise mit AIDAdiva, haben wir das zum Anlass genommen, die Kabinennummer per Premiumbuchung selbst aussuchen zu dürfen und uns natürlich für die gleiche Kabine entschieden. Soweit befanden wir uns also auf vertrautem Terrain. Neu für uns war das Brauhaus. Optisch fanden wir es sehr gelungen und einladend. Unser Weg ins Bella Donna Restaurant führte uns täglich durch das Brauhaus uns so hatten wir auch ohne uns dort niederzulassen einen recht guten Einblick. Die angebotenen Speisen würde ich als typisch bayrisch bezeichnen. Da wir aber mit Kind reisten war die Vielfalt im Buffetrestaurant geeigneter. Das selbst gebraute Bier haben wir nicht getestet. Trotzdem finde ich es beeindruckend, dass so etwas an Bord eines Kreuzfahrtschiffes möglich ist. Das Bella Donna Restaurant erwies sich als gute Alternative, obwohl wir unserem vertrauten Weite Welt Restaurant ein bisschen nachtrauerten. Trotzdem war die Auswahl mehr als überzeugend und die Qualität wie immer super. Auch die Kellner waren nicht nur freundlich, sondern geradezu liebenswürdig. Unsere Abende verbrachten wir, auf Grund der Kälte, vorwiegend in der Beachbar, die nicht ganz im Freien, aber trotzdem auf dem Pooldeck liegt und sowohl von dort als auch über ein innen liegendes Treppenhaus erreicht werden kann. (Ausführliche Darstellungen dieser Bar gibt’s in meinen Büchern). Die Servierkraft, von der wir hier fast immer bedient wurden, wurde im Laufe der Reise schon fast eine Freundin und wir haben sie später noch auf zwei weiteren Reisen wiedergesehen. Kaum zu fassen, dass auch sie uns erkannt hat, bei all den Menschen die dort ein und aus gehen. Die schönen, gelben Wolldecken hielten uns warm und so haben wir die Poolpartys mit ihren Lasershows von hier aus bestens miterleben können. Für uns war die sol auch das erste Schiff mit einer großen LED-Leinwand auf dem Pooldeck. Sehr beeindruckend. Alles in allem waren wir von AIDAsol genauso begeistert, wie von den beiden Schiffen vorher. Die Shows im Theatrium haben uns mal wieder überzeugt und an Unterhaltung hat es nie gefehlt. So ein ganz kleines bisschen hakte es an mancher Stelle noch, aber die Besatzung war in dieser Zusammenstellung gerade mal eine Woche unterwegs. Wir haben AIDAsol im Jahr darauf wieder besucht und da lief schon alles wie am Schnürchen.

Nun aber zu den angelaufenen Häfen. Nach einem Tag auf See stand Le Havre auf dem Programm. Wir hatten einen Ausflug nach Paris gebucht. Zwischen einer dreistündigen Busfahrt dorthin und dem ebenso langen Rückweg blieben uns gerade mal knappe vier Stunden in der Hauptstadt. Während einer späteren Reise haben wir auf diesen Ausflug verzichtet. Die Zeit hat gerade für einen kurzen Besuch des Eifelturms, der Champs Elysees, der Tuilerien und dem Place de la Concorde gereicht. Trotzdem hatten wir einen ersten Eindruck von Paris und etwas Neues erlebt. Zurück im Hafen von Le Havre erwartete uns eine weniger schöne Überraschung. Den Ansturm der mit zahlreichen Bussen rückkehrenden Passagieren konnte die Besatzung nicht bewältigen. Hatten wir in Paris noch die Sonne genossen, waren wir in der endlosen Schlange vor dem Hafenterminal einem eiskalten Wind ausgesetzt. Da es überhaupt nicht vorwärts zu gehen schien, reichten Crewmitglieder eiskalten Eistee, der leider so gar nicht half. Nachdem es schließlich gelungen war, alle Gäste durch die Sicherheitskontrolle an Bord zu bringen, waren die Restaurants hoffnungslos überfüllt. In Ermangelung freier Tische hatten sich einige Gäste mit ihren Tellern irgendwo auf den Stufen niedergelassen. Wir haben auf späteren Reisen für unsere Rückkehr nach Tagesausflügen einen Tisch im Steakhouse reserviert. Die Preise dort sind im Reisepreis nicht inbegriffen, das ist uns die Entspannung aber wert. Auch die beste Crew kann nicht zaubern, wenn alle Passagiere gleichzeitig essen wollen und genau das passiert, wenn die meisten Gäste einen neun- bis zehnstündigen Ausflug buchen.

Gleich am nächsten Tag stand Dover auf dem Programm. Ein sehr lustiger Busfahrer brachte uns nach London. Die Fahrt dorthin dauerte ungefähr eineinhalb Stunden. Da so viele Busse unterwegs waren, gab es nicht für alle eine deutschsprachige Reisebegleitung. Unser einheimischer Busfahrer entpuppte sich aber als die beste Reisebegleitung, die man sich nur wünschen konnte. Er hat auf dem Weg auf alles Sehenswerte aufmerksam gemacht und wusste viel darüber zu erzählen. Die Fahrt war auch deswegen so entspannt, weil die Passagiere im Bus zufällig die gleichen waren wie am Vortag in Frankreich und man sich schon kannte. London selbst bereitete sich auf die Hochzeit von William und Kate vor, die am nächsten Tag stattgefunden hat. Wir haben London in einer einmaligen Aufmachung gesehen und durften die Proben am Buckingham Palace aus der Nähe verfolgen. Unsere Haltestelle befand sich am Ufer der Themse gleich gegenüber dem London-Eye und so hatten wir dieses, genau wie Big Ben direkt im Blick. Die Towerbridge hatten wir schon passiert und eilig ein paar Fotos gemacht. So blieb uns nach dem Besuch am Picadilly Circus immer noch Zeit für einen Einkaufsbummel. Nach diesen beiden anstrengenden Ausflügen waren wir froh, Antwerpen einfach zu Fuß besuchen zu können. Der Liegeplatz befand sich direkt in der Stadtmitte und eine Schulklasse wurde von ihrem Lehrer zwecks Besichtigung des Kreuzfahrtriesen herbeigeführt. Die Altstadt von Antwerpen lädt zu einem ausgedehnten Spaziergang und zum Einkaufen ein. Eine Besonderheit war aber, dass AIDAsol auf Grund des Wasserstandes mittags gedreht werden musste. Dazu musste natürlich die Gangway eingeholt und später wieder aufgebaut werden. Für den Zeitrahmen von ungefähr einer guten halben Stunde konnte niemand das Schiff verlassen oder betreten. Natürlich hatte der Kapitän vorab mehrfach darauf hingewiesen und wir wollten uns das nicht entgehen lassen. Entsprechend zeitig waren wir zurück an Bord und saßen in der Oceanbar im Heck des Schiffes um das Schauspiel zu verfolgen. Das bot sich dann auch wirklich. In Form von anderen Passagieren, die nicht zugehört hatten und nun winkend auf das Schiff zuliefen, weil sie fürchteten, AIDAsol würde gerade ohne sie ablegen.

Letzter Hafen dieser Reise war Amsterdam. Die Stadt ist in jeder Hinsicht einen Besuch wert. Der moderne Hafen liegt in Laufweite zur Altstadt und eine Grachtenfahrt ist besonders abends zu empfehlen. AIDA bietet diese als Ausflug mit Weinverkostung an. Schon die Fahrt über das Ijsselmeer ist ein Erlebnis, weil eine Schleuse passiert werden muss. Einen ausführlichen Einblick zu einem unserer Landgänge in Amsterdam (allerdings aus 2016) gibt es in „Die Einen lieben es, den Anderen wird übel“.

Auch mit der Abfertigung im Hamburger Hafen waren wir vor fünf Jahren sehr zufrieden. Wir haben über Sartori und Berger einen Parkplatz gebucht, wurden in Altona in Empfang genommen und noch bevor wir selbst den Wagen verlassen hatten, entluden dienstbare Geister das Gepäck und brachten es zum Schiff. Anschließend wurde das Auto in eine bewachte Tiefgarage gefahren und als wir eine Woche später mit AIDAsol in den Hafen einliefen, stand es bereits vor dem Terminal und wartete auf uns.

Mehr zu diesem Schiff gibt es beim nächsten Mal, mit dem Reisebericht zu unserer Kanaren-Kreuzfahrt. Das vielzitierte Fazit „einmal AIDA – immer AIDA“ trifft auch hier wieder zu!