Reisebericht unserer Mittelmeerkreuzfahrt mit Mein Schiff 2

Da wir bisher nur diese eine Kreuzfahrt mit TUI Cruises unternommen haben, möchte ich der Gerechtigkeit halber gerne diesen Bericht vorziehen. Dass es bislang bei der einen Reise geblieben ist, ist eher ein Zufall und liegt sicher nicht an den Erfahrungen die wir mit TUI Cruises gemacht haben.

Starthafen für diese Kreuzfahrt war Valletta auf Malta. Allein schon die Tatsache, dass wir einmal nicht von Mallorca aus ins Mittelmeer starteten, hat uns sehr begeistert. Wir mussten zwar zum Flughafen in Frankfurt eine längere Anfahrt in Kauf nehmen, aber das störte uns erst einmal nicht. Auf Malta angekommen, wurden wir auch sofort von den Mitarbeitern von Tui Cruises in Empfang genommen und auf die bereits wartenden Busse verteilt. Wir haben die Reise im Hochsommer gemacht und entsprechend heiß war es in Valletta. Leider hatten wir ein bisschen Pech, mit den Mitreisenden im Bus. Offenbar war ein Gepäckstück verlorengegangen und wurde nun mit Hilfe der Reisebegleiter verzweifelt gesucht. Für die Unglücksraben, denen der Koffer fehlte sicherlich noch ärgerlicher als für uns, aber wir saßen in der Hitze geraume Zeit im Bus und warteten auf die Abfahrt. Als es endlich losging, war der Hafen von Valletta aber schon nach wenigen Minuten erreicht und wir durften in das kühle Hafengebäude zum Check-In. Dort gab es überhaupt keine Wartezeit. Alle ankommenden Gäste wurden sofort abgefertigt und durften aufs Schiff.

Die Mein Schiff 2 lag vor der atemberaubenden Kulisse von Valletta und von unserer Veranda aus hatten wir einen schönen Ausblick. Gebucht hatten wir eigentlich eine Balkonkabine, aber uns wurde eine Verandakabine zugeteilt. Für zwei Erwachsene und einen Teenager war die Kabine eigentlich ein bisschen klein, aber die geräumige Veranda entschädigte uns auf jeden Fall dafür. Leider mussten wir, um die Veranda zu erreichen, jedes Mal über das ausgeklappte Zustellbett klettern. Dafür gab es auf der Kabine eine Kaffeepadmaschine mit zwei gratis Pads an jedem Tag. Fast noch wichtiger war uns die Minibar. Bei der Hitze waren wir froh, auch auf der Kabine jederzeit auf gekühlte Getränke zurückgreifen zu können. Diese Getränke sind natürlich nicht im Reisepreis enthalten. Bei Tui Cruises sind nicht nur die Mahlzeiten und die Getränke im Buffetrestaurant inklusive, sondern auch die Getränke an den Bars. Das erwies sich allerdings als Nachteil. Waren wir doch von unseren „Nicht all-inclusive Reisen“ gewöhnt, an den Bars in den Außenbereichen immer einen Tisch zu bekommen. Hier waren die Tische eher knapp bemessen und ständig besetzt. Aber wir konnten ja immer noch auf unsere Veranda ausweichen, die auch drei Leuten ausreichend Platz zum Sitzen bot.

Nach unserer Ankunft suchten wir das Buffetrestaurant auf, und waren von den dort angebotenen Speisen eher enttäuscht. Diesen Eindruck konnte das Restaurant aber zumindest beim Frühstücksbuffet sehr gut wett machen. Das Publikum dort war allerdings sehr gewöhnungsbedürftig. Es wurde auch gerne einmal mit Essen geworfen, das dann sehr unappetitlich an die Wand klatschte. Würstchen, die einem knapp am Ohr vorbeirauschen, muss man sehr geschickt ausweichen. Es hielten sich auch höhere Ränge der Crew im Restaurant auf, die sich nicht weiter daran störten. Das klingt jetzt ein bisschen nach Jugendherberge und so ähnlich waren die Mittags- und Abendangebote im Buffetrestaurant auch aufgebaut. Es empfiehlt sich also eher im Menürestaurant zu speisen.

Die Zeit bis zum Ablagen wurde von der vorgeschriebenen Seenotrettungsübung ausgefüllt. Entgegen unserer Gewohnheiten war das Anlegen der Rettungswesten hier keine Pflicht. Für die Einweisung in die allgemein üblichen Regularien wurden die Passagiere in Gruppen auf die Bars verteilt. Erst nachdem die Vorträge dort beendet waren, ging es hinaus auf das Rettungsdeck. Hierdurch nahm die Übung ungewöhnlich viel Zeit in Anspruch, dafür wurde aber auch jeder Gast an Hand seiner Bordkarte registriert. Inzwischen war die Dämmerung hereingebrochen und der Blick vom Rettungsdeck auf Vallettas Hafenpromenade entschädige für vieles.

Der nächste Tag war ein Seetag und die Mein Schiff 2 lag im Wasser, als würde sie sich gar nicht bewegen. Die Sonne strahlte und das Pooldeck überzeugte uns endgültig von diesem Schiff. Es gab zwei wirklich große Pools. Einen nur zum Schwimmen und den anderen zum Spielen und Toben. Somit konnte man wirklich schwimmen und nicht nur plantschen. Trotz des voll belegten Schiffes gab es ausreichend Liegen für alle Gäste und auch der Durst konnte schnell gelöscht werden. Am Abend gab es Live Musik auf dem Pooldeck und die Band war richtig gut.

Unser erstes Ziel war Monaco. An dieser Stelle muss unbedingt noch gesagt werden, dass der Kapitän des Schiffes uns regelmäßig mit nautischen Daten, aber auch mit Informationen zu Liegeplatz, Wetter und netten Anekdoten versorgte. Das ist nicht immer selbstverständlich. So lagen wir an diesem heißen Tag „als größte Yacht“, um ihn zu zitieren, zwischen all den Yachten vor Monaco. Ein wunderschönes Bild. Die Sehenswürdigkeiten von Monte Carlo werden die meisten kennen, und ja, es sieht ganz genau so aus wie im Fernsehen. Der Palast auf dem Felsen ist schön anzusehen und natürlich haben wir auch die Gräber von Fürst und Fürstin in der Kirche besucht. In das Spielcasino durften wir leider nicht hinein, aber es eignet sich auch von außen für ein Foto. Die berühmte Rennstrecke erkennt man gleich wieder und natürlich muss jeder Autofahrer in dem Tunnel einmal kräftig Gas geben. Ein rundum gelungener Tag, auch wenn die Hitze uns ordentlich zu schaffen gemacht hat. Am Abend ist die Landschaft von Monaco als Kulisse für ein Kreuzfahrtschiff unübertroffen.

Weiter ging es dann in Richtung Korsika. Im Hafen von Ajaccio haben wir ein AIDA Schiff getroffen und konnten die Ankunft des Kussmunds nun mal aus einer anderen Perspektive betrachten. Abends haben sich die beiden Schiffe zum Abschied ein nettes Konzert der Typhone geliefert. Aber erst einmal ging es ja an Land. Wer den Hafen stadteinwärts verlassen will, muss dafür eine Gebühr entrichten. Das fanden wir ein wenig merkwürdig, haben es aber mit der hierzulande weit verbreiteten Kurtaxe verglichen. Ajaccio verfügt über einen sehr schönen Strand – unbedingt Badesachen mitnehmen. Die Stadt selbst steht natürlich ganz im Zeichen Napoleons.

Am nächsten Tag machte die Mein Schiff 2 im Hafen von Civitaveccia fest. Für uns die dritte Anfahrt dieses Hafens. Trotzdem ist es immer wieder schön, die vielen Schiffe dort zu bewundern und wir haben auch ein weiteres Mal den Ausflug nach Rom gebucht. Der Reiseleiter, der unserem Bus zugeordnet war, sollte später noch zu einem guten Bekannten werden, wir haben ihn 2014 erneut getroffen. Allein die Busfahrt nach Rom war ein entspanntes Erlebnis. Selten haben wir einen so tollen Reisebus gehabt. Mit einem Tisch zwischen den zwei von uns belegten Bänken hatten wir es richtig gemütlich. In Rom besuchten wir zum wiederholten Mal das Colosseum, die spanische Treppe, den Trevi-Brunnen, den Petersdom, den Tiber und die einschlägigen Einkaufsstraßen. Von unserem Reiseleiter bekamen wir den Tipp zu einer Eisdiele, die auch die Einheimischen aufsuchen und dort, auf einer kleinen Insel im Tiber, bekommt man tatsächlich das perfekte Eis zum günstigen Preis. Während der Rückfahrt fiel leider die Klimaanlage im Bus aus. Für uns war es trotzdem ein sehr gut organisierter Ausflug mit einem kompetenten Reiseleiter, der sich alle Mühe gab, uns trotz der Hitze im Bus zu Abkühlung zu verhelfen, obwohl er wirklich nichts für das Versagen der Technik konnte.

Nach einem weiteren Seetag nahmen wir Kurs auf Catania. Wie alles im Leben ist auch das Geschmacksache, aber wir konnten dieser Stadt mit ihrem hektischen Großstadttreiben nichts abgewinnen. Für uns hat sich immer wieder bewahrheitet, dass die am meisten besungenen Städte die am wenigsten romantischen sind. Aber das liegt im Auge des Betrachters.

Ein Erlebnis war die „Vulkannacht am Stromboli“. Den Ethna hatten wir uns, nachdem wir den Vesuv schon kannten, gespart. Nun aber, mitten auf See, im Dunkel der Nacht, stoppte der Kapitän das Schiff, und ließ uns aus sicherer Entfernung den speienden Stromboli bewundern. Keiner wusste ob es klappen würde, aber der Stromboli hat brav mitgemacht.

Zurück in Valletta blieben uns ein paar Stunden Zeit, bis wir zum Flughafen mussten, und wir haben eine der für uns schönsten Städte überhaupt entdeckt. Valletta besucht man am besten mittels Aufzug. Für nur einen Euro pro Person brachte uns der Aufzug in das Herz der Stadt. Valletta ist „very british“, aber zugleich historisch und noch heute werden die Kanonen vom Fort oberhalb der Wasserlinie abgefeuert. Das Tüpfelchen auf dem i war ein Straßenmusikant, der so schön spielte, dass er hoffentlich reich und berühmt wird.

Unser Fazit: jederzeit gerne wieder mit TUI Cruises. Von der Buchung bis zum Heimflug waren alle Mitarbeiter zu jeder Zeit freundlich, hilfsbereit und engagiert.

Das Schiff war, obwohl es in früheren Jahren bereits im Dienst der X-Cruises stand, sehr sauber, sehr gepflegt und einfach zum Wohlfühlen.

Nach unserer Erfahrung – Frühstück im Buffetrestaurant, aber sonst die Finger davon lassen. Aber das liegt nun auch schon wieder dreieinhalb Jahre zurück.

All-inclusive heißt hier wirklich All-inclusive. Jeder Cocktail, jede Art von Transfer, alles war im Preis enthalten. (Minibar natürlich ausgenommen, haben einige Schiffe aber nicht)

Schade, dass die Mein Schiff 2 in Kürze außer Dienst gestellt werden soll. Ein tolles Schiff!