Reisebericht über eine Kreuzfahrt zu den Metropolen Nordeuropas mit AIDA mar

Wer sich für eine Seereise auf der Nordsee entscheidet, sollte bei der Wahl des Reisezeitraums bedenken, dass man in diesen Breitengraden fast immer auch mit schlechtem Wetter rechnen muss. Gerade in den Frühlingsmonaten können insbesondere die Abende noch sehr kalt werden. Achtet man bei der Wahl des Gepäcks aber drauf, ausreichend warme Kleidung und auch entsprechend warmes Schuhwerk mit zu nehmen, kann es auch bei weniger guten Witterungsbedingungen ein gelungener Urlaub werden.

Der Vorteil einer Reiseroute mit dem Starthafen Hamburg liegt für viele darin, dass man auf eine Anreise mit dem Flugzeug verzichten kann. Dies ist kostengünstiger und sofern man mit dem eigenen Fahrzeug anreist gibt es auch keine Einschränkungen bezüglich des Gepäcks. Die meisten Fluggesellschaften berechnen erhöhte Gebühren falls man ein gewisses Gewicht überschreitet. Darüber braucht man sich bei der individuellen Anreise per PKW keine Gedanken zu machen. Wichtig ist jedoch, sich im Voraus um einen geeigneten Stellplatz für das Fahrzeug zu bemühen. In den großen deutschen Häfen bieten Dienstleister einen Parkservice an, den man bereits von zu Hause über das Internet buchen kann. Man entscheidet sich entweder für das sogenannte Valet-Parken, bei dem das Fahrzeug direkt am Terminal an einen Mitarbeiter des Dienstleisters übergeben wird und bei Ende der Reise dort auch wieder bereitgestellt wird. In der Zwischenzeit wird das Fahrzeug auf einem bewachten Außenstellplatz oder in einer Halle untergebracht. Oder aber man wählt die Möglichkeit das eigene Auto auf einem Parkplatz in der Nähe abzustellen und wird mit einem Shuttle-Service zum Hafenterminal gebracht. Inzwischen wird dieser Service auch von einigen Kreuzfahrtunternehmen angeboten, die Abwicklung erfolgt in der Regel aber über den selben Dienstleister. Die Kosten für die Unterbringung des Fahrzeugs belaufen sich je nach ausgewähltem Service auf fünfunddreißig bis hundertzwanzig Euro.

Vor der Buchung der Reise steht natürlich die Wahl des Kreuzfahrtanbieters. Hier sollte man sich vor allem darüber bewusst werden ob man Wert auf die deutsche Bordsprache legt und ob man ein All-inclusive Angebot nutzen möchte. Die Mahlzeiten und die dazu gereichten Tischgetränke sind bei den meisten Anbietern bereits im Preis enthalten. Der Unterschied liegt hauptsächlich darin, dass die an den Bars verzehrten Getränke im All-inclusive Paket bereits enthalten sind. Auf diese Weise kann man die Zusatzkosten besser überschauen, die Reisen sind in der Regel natürlich teurer. Das Platzangebot in den Bars auf den Außendecks ist eingeschränkt. Aus diesem Grund ist es eher nachteilig, wenn Getränke nicht zusätzlich gezahlt werden müssen. Die Menschen halten sich immer dort auf, wo es etwas umsonst gibt, und machen davon ausgiebig Gebrauch weil sie das Gefühl haben dann mehr für den bereits gezahlten Preis zu bekommen. Gemütlicher ist es daher auf Schiffen, auf denen man für die in den Bars verzehrten Getränken per Bordrechnung zahlt. In einigen Kabinenkategorien, insbesondere in den Suiten, befinden sich Minibars. Die Nutzung dieses Services ist immer kostenpflichtig.

Bei der Wahl der Kabinenkategorie muss man sich zwischen Innenkabinen, Außenkabinen, Balkonkabinen und verschiedenen Suiten entscheiden. Einige Schiffe bieten darüber hinaus auch Verandakabinen, Familienkabinen und sogar Kabinen mit Wintergarten an. Welche Wahl man hier trifft, ist natürlich reine Geschmacksache und darüber hinaus eine Preisfrage. Allerdings gilt es gründlich zu überdenken, ob der wesentlich höhere Preis für eine Suite im richtigen Verhältnis steht. Neben einigen anderen Annehmlichkeiten wird man bereits bei der Einschiffung bevorzugt behandelt. Dadurch lässt sich die Wartezeit verkürzen und auch das Gepäck soll laut den Gesellschaften mit erhöhter Priorität zugestellt werden. Bucht man aber eine Suite im Bug des Schiffes, hat man sehr mit dem Fahrtwind zu kämpfen und kann seinen privaten Außenbereich eher schlechter nutzen als einen seitlich des Schiffes gelegenen Balkon.

Auf den meisten Schiffen werden die Mahlzeiten in Buffetform serviert. Dabei hat man freie Tischwahl. Je nach den persönlichen Wünschen kann das Fluch oder Segen sein. Wer lieber unter sich bleibt muss um einen möglichst kleinen Tisch kämpfen. Die vielen für bis zu neun Personen vorgesehenen Tische führen dazu, dass man mit wechselnden Mitreisenden zusammen sitzt und am Tisch ein ständiges Kommen und Gehen herrscht. Auf Wunsch besteht die Möglichkeit in einem zahlungspflichtigen Restaurant einen Tisch zu reservieren.

Wer die Reise auf Grund seiner Liebe zur Seefahrt und zu den Schiffen macht, dem werden die angesteuerten Häfen nicht so viel bedeuten. Dennoch sollte man sich vorher einen Überblick verschaffen welche Ausflüge an Land angeboten werden und was man auf eigene Faust unternehmen kann.

So hat man nicht immer die Möglichkeit die Stadt des Start- und Zielhafens ausführlich zu erkunden. Hamburg hat aber auch vom Schiff aus eine Menge zu bieten. Je nach Terminal fährt man beim Auslaufen aus dem Hafen entlang der Landungsbrücken und der Elbphilharmonie und kann einen Teil der Stadt von der Wasserseite bestaunen.

Auf vielen Reisen verbringt man entweder wegen der Entfernung zum nächsten Hafen oder aber auch zur Entspannung ein bis zwei Seetage. Wer nicht ganz seefest ist, sollte bedenken, dass man auf der Überfahrt zur Küste Englands einen Tag und zwei Nächte auf der nicht immer ruhigen Nordsee verbringt. Zwar haben die Schiffe auch bei schlechtem Wetter viel zu bieten, aber bei Regen und Kälte hält man sich nicht lange in den Außenbereichen auf und die Nutzung der Poollandschaft entfällt.

Hat das Schiff am nächsten Morgen in Southampton angelegt, kann man London in etwa zwei Stunden mit dem Bus erreichen. Alternativ bietet sich ein Ausflug nach Stonehenge an. Wer sich gerne zu Fuß auf den Weg macht, darf dies in Southampton direkt vom Schiff aus tun. Einen Shuttlebus braucht man hier nicht um in die beschauliche Altstadt zu gelangen oder sich in der Hafengegend mit der Geschichte der Titanic zu beschäftigen.

Le Havre wird als der Hafen von Paris bezeichnet. In Wahrheit lohnt sich ein Ausflug in die Hauptstadt Frankreichs aber nur bedingt. Die Busfahrt ins Zentrum von Paris dauert etwa drei Stunden und natürlich muss die gleiche Zeit auch für die Rückfahrt zum Schiff einkalkuliert werden. Wer Paris besuchen möchte, sollte sich also bereits im Voraus gründlich überlegen, welche Sehenswürdigkeiten eher auf seinen Tagesplan setzt. Die Aufenthaltsdauer beträgt rund vier Stunden. Der Hafen von Le Havre darf nicht von Fußgängern passiert werden. Mit einem Shuttlebus werden die Passagiere vom Hafengelände wahlweise in die Stadt oder in ein nahegelegenes Einkaufszentrum gefahren. Der Bustransfer ist in diesem Hafen nicht kostenlos, der Preis für ein Tagesticket liegt in etwa bei vier Euro pro Person. Das Einkaufszentrum besteht aus einigen wenigen Geschäften und es wird vorwiegend Kleidung angeboten. Im Stadtzentrum dagegen lohnt sich ein Spaziergang zum Hotel de Ville. Der Platz vor dem Hotel ist mit wunderschönen Wasserspielen angelegt und verbreitet die Atmosphäre eines Parks.

Wer sich in Southampton und Le Havre gegen die Buchung eines Ausflugs entschieden hat, sollte in Zeebrugge auf keinen Fall darauf verzichten. Zwar bietet der Hafen auch hier einen Bus an, da Fußgänger ebenfalls verboten sind, aber im Gegensatz zu den anderen Zielen hat diese Hafenstadt nichts zu bieten. Einziges Ziel könnte der Strand sein, die Uferpromenade ist aber völlig verwaist und zahlreiche Hotels stehen zum Verkauf. Ein Zentrum mit Einkaufsmöglichkeiten gibt es hier nicht. Als Ausflugsziele werden Brugge, Brüssel oder Antwerpen angeboten. Am schnellsten zu erreichen ist Brugge. Die Sehenswerte Altstadt ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Allerdings kostet die einfache Busfahrt zehn Euro. Das Kreuzfahrtunternehmen bietet den Bustransfer komplett für neunzehn Euro an. Ist man mit mehreren Personen unterwegs, summiert sich dies schnell und ein Taxi könnte zur Alternative werden.

Das nächste Ziel ist Amsterdam. Schon die Fahrt in die Metropole der Niederlande ist ein Erlebnis. Das Schiff muss zunächst durch eine Schleuse, die die Nordsee mit dem Ijsselmeer verbindet. Die Fahrt über das Ijsselmeer sollte man auf einem der Außendecks genießen. Das Schiff ist nicht länger nur von Wasser, sondern von einer Landschaft umgeben, deren Bebauung auf dem Weg stets zunimmt. Hat man den Hafen von Amsterdam erreicht, befindet man sich direkt im Stadtzentrum und kann sich zu Fuß auf den Weg machen die Stadt zu erkunden. Neben den ringförmig angelegten Grachten sind auch die alten Häuserfassaden sehenswert. Zahlreiche Museen, darunter auch das Anne Frank Haus, laden zu einem Besuch ein. Hier sollte man allerdings mit Wartezeiten rechnen. Leider ist das Schiff in unserem Fall erst gegen Mittag zum Landgang freigegeben und soll bereits um Mitternacht wieder auslaufen. Für die Besichtigung einer Stadt wie Amsterdam ist die Zeit viel zu kurz. Es lohnt sich daher eine der angebotenen Grachtenfahrten zu unternehmen. Auf der Route der verglasten Boote hat man die Möglichkeit, in relativ kurzer Zeit recht viel von Amsterdam zu sehen. Besonders schön ist eine Fahrt mit diesen Booten am Abend. Nach Einbruch der Dunkelheit sind die Brücken über den Grachten beleuchtet. Ein kurzer Ausflug in den Hafen bietet darüber hinaus die Möglichkeit die im Hafen liegenden, beleuchteten Kreuzfahrtschiffe von der Wasserseite aus zu sehen. Für einen Preis von knapp fünfzig Euro bietet der Reiseveranstalter eine solche Fahrt inklusive Wein und Käse an. Auf Wunsch werden auch andere Erfrischungsgetränke gereicht.

Leider neigt sich nach dem Verlassen von Amsterdam die Reise wieder dem Ende zu. Ein weiterer Tag auf See bietet noch einmal die Möglichkeit in den Bordshops einzukaufen. Bereits früh am nächsten Morgen haben wir Hamburg wieder erreicht und die einwöchige Kreuzfahrt geht zu Ende.